FIR-Sicht der Industrie 4.0
Industrie 4.0 ist nur der Anfang der digitalen Revolution

industrie-fir

Heutige Unternehmen müssen bereits mit zunehmend kürzeren Produkt- und Technologielebenszyklen zurechtkommen. Hinzu kommen Bedürfnisse der Geschäfts- und Endkunden nach möglichst individuellen Lösungen. Diese Trends erhöhen die Anforderungen an die eigene unternehmerische Flexibilität beständig und sind die Triebfeder der steigenden Durchdringung und Vernetzung durch Informationstechnologien, die u.a. dem Begriff der „Industrie 4.0“ zugeordnet werden.

Was umfasst Industrie 4.0?

Industrie 4.0 ist Sammelbegriff einer Vielzahl technologischer Trends

Der noch junge Begriff der Industrie 4.0, aus der High-Tech-Strategie der Bundesregierung, hat mittlerweile eine ganze Begriffswelt um sich versammelt, die vom Internet der Dinge (IoT) über Big Data bis zu cyber-physischen Systemen reicht. Ohne weitere Strukturierung lässt sich somit alles und im Endeffekt doch nichts unter diesem Sammelbegriff subsumieren, da er keine Abgrenzung einzelner Aktivitäten mehr erlaubt.

Digitalisierung als übergeordneter Ordnungsrahmen der Industrie 4.0

Der aktuelle Stand des FIR.Null-Konzepts setzt Industrie 4.0 in den Gesamtrahmen der Digitalisierung, zu der auch die Smart Service Welt zählt (Abbildung 1). Die oft propagierte Verschmelzung von physischer und virtueller Welt findet sich auch im Schaubild wieder: „Smart Factory“ fasst hierbei die grundlegende physische Infrastruktur der Industrie 4.0 zusammen, ohne die sich keine der innovativen virtuellen Systeme und Konzepte umsetzen ließe („Smart Operations“).

 

thought-leadership-industrie-40-abbildung-1
Abbildung 1: Industrie 4.0 und Smart Service Welt als Bausteine der fortschreitenden Digitalisierung

 

Cyber-physisches Gesamtsystem aus Smart Factory und Smart Operations

Das Element der Smart Factory schafft die Transparenz und Anbindung der betrieblichen Objekte, die dann auf logischer Ebene durch Smart Operations aufgabenspezifisch vernetzt, überwacht und gesteuert werden. Zusammen ergeben sie ein cyber-physisches Gesamtsystem, das durch „Smart Data“ verzahnt ist. „Smart Data“ sind u. a. aggregierte Informationseinheiten des Shopfloors, die zielgerichtet zwischen Objekten und betrieblichen Anwendungssystemen ausgetauscht werden, um die zunehmende Datenflut (Big Data) auf relevante Ereignisströme zu begrenzen.

Prozessoptimierung durch Identifikations- und Sensortechnologien auf Shopfloor-Level

Zur Smart Factory zählen hierbei neben Identifikations- und Kommunikationstechnologien Elemente der Datenverarbeitung sowie Sensor- als auch Aktorsysteme. Die geschaffene Transparenz ermöglicht weitergehende Prozessoptimierungen auf systemtechnischer und organisatorischer Ebene, denn erst durch die konstante Rückmeldung wichtiger Prozessparameter, aktueller Objektpositionen und planungsrelevanter Kenn- und Steuergrößen werden unberührte Potenziale moderner Planungs- und Steuerungssysteme erschlossen.

Smart Products erweitern Leistungsspektrum von Smart Services und Smart Factory

Die oben beschriebene 4. industrielle Revolution erlaubt die Erstellung intelligenterer Produkte für Geschäfts- und Endkunden, die sich ihres Zustands und auch ihrer Umwelt bewusst sind (Smart Products). In der Smart Factory bilden sie einen Teil der Infrastruktur und steuern sich teilweise bereits selbst entlang der notwendigen Fertigungsschritte. Zur Kundenseite hin ermöglicht ihre Konnektivität neue Dienstleistungs- und Geschäftsmodelle („Smart Services“). Diese können wiederum auf Geschäftsebene die Smart Operations unterstützen und erweitern. Auch hier sind intelligente Daten das maßgebliche Austauschmedium. Umgeben sind alle Digitalisierungsbausteine von innovativen und grundlegend integrierten Authentifizierungs- und Sicherheitsmechanismen, die Manipulations- und Datensicherheit auf allen Ebenen gewährleisten (Security).

Kernaussage des Absatzes

Der FIR.Null-Ordnungsrahmen ist eine übergreifende Begriffsordnung, die eine gemeinsame Kommunikationsbasis und Übersicht für weitere tiefgreifendere Betrachtungen im Kontext der Digitalisierung bietet.

Verantwortlich für die Inhalte